Gerd Jansen - Biographie

Gerd Jansen wurde am 21. August 1956 in Goch am Niederrhein geboren. Im wenige Kilometer entfernten Pfalzdorf verbrachte er in einem kaufmännisch geprägten Elternhaus Kindheit und Schulzeit. Seine Interessen waren Naturwissenschaft, Kunst und Musik. Die Vision, für die bildende Kunst ein der Musik vergleichbares Kompositionssystem zu schaffen, nahm hier ihren Anfang. Nach dem Schulabschluss folgte aber zunächst ein Physikstudium in Göttingen. Danach, beim Studium der Bildhauerei bei Erwin Heerich in Düsseldorf, begann eine lange Reihe von elementaren Untersuchungen im Bereich der Skulptur. 1986, während eines Studienaufenthaltes in Paris entdeckte er den Reiz und die vielen Möglichkeiten des seriellen Arbeitens. Damit war auch der Weg vorgezeichnet, auf die Bedeutung der Primzahlen aufmerksam zu werden. Den ‘einfachen’ Vorgang des Zählens als Grundlage der Arbeit zu wählen, erwies sich 1997 als Ausweg aus bloßer Reduktion und Minimalisierung. Fest stehen die Folge der Natürlichen Zahlen und die strukturbildende Eigenart einiger dieser Zahlen, Primzahl zu sein. Frei ist, was und wohin gezählt und wie es den Augen präsentiert wird.
Im Jahre 2000 gründete Gerd Jansen zusammen mit seiner Frau das Institut für bildnerisches Denken in dem bis 2009 seine und zeitweise auch Arbeiten von Kollegen präsentiert wurden. Seit 2009 zeigt Gerd Jansen in den Institutsräumen ausschließlich die Projektreihe countune - gewissermaßen die Quintessenz seiner gesamten künstlerischen Erfahrungen. Darüber hinaus hat er hier einer umfangreichen Klavier solo Reihe Bedeutung verschaffen können.

Die Werkbuchreihe Gerd Jansen

Band I / Arbeiten 1975 - 1980
Musik im Bild?
Ergänzungsband / Licht-Ton-Skulptur und Sehen-Hören-Installation

Band II / Arbeiten 1981/82
Gedankenmodelle

Band III / Arbeiten 1983/84
Ein Experiment zur Ganzheit

ISBN 3–00–007984–X   bereits erschienen ------ Info

Band IV / Arbeiten 1985
Das Weltall als Idee

ISBN 3–935166–02–8   bereits erschienen ------ Info

Band V / Arbeiten 1986
Die Komplementarität von Feld und Gestalt

ISBN 978–3–00–025726–1   bereits erschienen ------  Info
Ergänzungsband / Arbeiten 1987 - Großskulpturen

Band VI / Arbeiten 1988 – 1990
Das Prinzip der Wiederholung

Band VII / Arbeiten 1991 - 1996
Thema und Variation

Band VIII / Arbeiten 1997 - 2008
Bilder als Musik: Zahlen
Ergänzungsband / Lichtinstallationen
Ergänzungsband / Institut für bildnerisches Denken

Band IX / Arbeiten ab 2009
Countune


 

weitere Publikationen:

...XYZ... 1982, Gocher Schriften
Instrumentale Skulptur 1987, Galerie Löhrl
Zeichnung und Skulptur 1988, Museum Haus Koekkoek
Postkartenset ‘Feld und Gestalt’ 1988, Institut f. b. Denken
Thema und Variation   1996, Museum der Stadt Goch

„Mir scheint wesentlich der Zug übergreifender Zusammensicht unterschiedlicher künstlerischer und außerkünstlerischer Disziplinen. Die gedankliche Dichte wie die handwerkliche Präzision, die Phantasie wie die Beherrschtheit bieten dafür in Gerd Jansen beste Vorraussetzungen, zumal der Respekt vor der Qualität anonymer Leistung ebenso sehr von außen her den Maßstab setzt wie von innen her der hohe Anspruch an das, was er selbst tun will und wie er es tut. Der Umgang mit den Geheimnissen von Zahl und Maß, die zwar als äußere Gegebenheiten und Setzungen überprüfbar sind, als die Erzeuger und Freisetzer von Kräften aber in ihrer Wirkung und Wirkmöglichkeit rätselhaft bleiben, setzt nicht nur vertieftes Tun voraus, innere Sammlung, eigene Feingestimmtheit, sondern auch das Äußerste an handwerklicher Sorgfalt und Beherrschung. … alles Improvisieren, alle Zeugung aus dem Impuls des Augenblicks bleibt aus dem Spiel; alles Spektakuläre andererseits ist gemieden; selbst das Unvermutete wäre ein Erwartetes und Vorbereitetes und ergibt sich in stiller Konzentration auf das bis ins Kleinste hin Messbare und Bemessene.“

Franz Joseph van der Grinten

 

 

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