Musikbild 1975

1.0  Musik im Bild? - Arbeiten 1975 - 1980
Musikbild 1975
Wenn Kunst, Musik, Philosophie und Naturwissenschaft in einem Menschen zusammen treffen, muss wohl zunächst ein Ordnungsprozess stattfinden, zumal, wenn dieser Mensch erst sechszehn Jahre zählt. Wo und wie kann sich entscheiden, welche Disziplin dominant wird und womit?
Für die Musikpraxis war es für diesen Sechszehnjährigen zu spät, die Philosophie zu wenig praktisch, die Naturwissenschaft sehr verlockend, aber letztlich nicht so ungebunden wie die Kunst.
So begann Gerd Jansen bildnerisch darzustellen, was er nicht selbst musizieren konnte, seinem naturwissenschaftlichen Naturell gemäß: systematisch. Als um 1975 die ersten Musikbilder entstanden, waren diese aber trotz aller Systematik in den Endresultaten noch subjektiv und individuell. Die erste große Werkreihe, neben einigen traditionellen Werkversuchen, waren Illustrationen zu Werken von Frédéric Chopin. Nicht aus dem Bauch heraus, sondern bedächtig konstruierend, entstanden gemäß dem musikalischen Vorbild die Bilder und darüber hinaus die Vorstellung und der Wunsch, exakte Kompositionsregeln zu entwickeln. Die Naturwissenschaft sollte dazu gedankliche Voraussetzungen schaffen. Der Weg dorthin war aber zu diesem Zeitpunkt mehr als ungewiss.

Abbildung:  Illustration - Sonate Nr.2, Frédéric Chopin, 1975

Ausführliche Darstellung. E-Book, 812 Seiten

CHOPIN - Illustrationen 1975 / 2020. E-Book, 236 Seiten

1.1  Zwei multimediale Installationen - 1981
LichtTonInstrument 1980
Zwei sehr umfangreiche Arbeiten standen am Ende der ersten Werkphase. Gegensätzlich wie die meisten der vorangegangen Arbeiten waren auch diese beiden gesamtkunstwerklich angelegten Installationen.
Die erste war systematisch, streng im Aufbau und im Detail und an eine Performance gebunden. Über eine Tastatur ließen sich Lichtsäulen, eine Lichtwand und Lautsprecher bespielen. Die Gesamtkonzeption berücksichtigte Vorstellungen vom strukturellen Aufbau des Weltalls. Bei der ersten Präsentation kam eine eigens hierfür erstellte Komposition zur Aufführung, später dann mehr improvisierte Darbietungen.
Die zweite Installation war sehr viel spielerischer. Es handelte sich um die Ausgestaltung aller Räume eines Hauses: Wandmalerei, Gegenstände und Fundstücke jeglicher Art, verschiedenste Lichtquellen, Kassettenrecorder, Diaprojektoren – dies alles unter Ausschluss des Tageslichtes. Der Besucher wandelte durch eine künstliche Welt, vom Keller zum Speicher und wieder zurück. Dabei wechselten dunkle Bereiche mit nur wenigen hörbaren tiefen Tönen, mit licht- und farbenvollen Bereichen in denen speziell eingespielte elektronische Musik präsentiert wurde.

Abbildung:  bespielbare Installation, 4 x 7 m, 1981

Ausführliche Darstellung. E-Book, 196 Seiten

2.0  Gedankenmodelle - Arbeiten 1982
Stuhl mit Lampe und Lautsprecher 1980
Nach der ersten Werkphase zeigte sich eine Erschöpfung der Kräfte und so bot neben dem Rückzug in theoretische Studien das kleine Zeichenformat eine befreiende Arbeitsplattform. Ein Kompositionssystem entwickeln zu wollen, schien in dieser Zeit eine Frage der philosophischen Grundlegung. Obwohl bereits einige interessante und praktische Ansätze gefunden worden waren – etwa die Komposition mit Modulen – wollte Gerd Jansen die Lösung elementarer verankert sehen. 1981/82 entstanden somit Einzelstücke ohne wirklichen Zusammenhang, oft aus spontanen Bebobachtungen und Überlegungen geboren, konkret und vage, diagrammartig genau oder auch stimmungsmäßig verschwommen.
Beispiel: Ein gewöhnlicher Gegenstand (Stuhl), wird in den Gedankenprozess einbezogen. Licht (von der Glühbirne) und ein Summen (vom Lautsprecher) wechseln im gleichmäßigen Rhythmus. Licht und Ton vereinigt in einer etwas geisterhaften Inszenierung – für Gerd Jansen in dieser Zeit immer wieder typisch, die Kombination verschiedener Medien. - Nicht nur das Gesamtergebnis, sondern auch die vielen Bohrungen im Stuhl, weisen auf ein 5 Jahre später sehr wichtig werdendes Merkmal: die serielle Arbeitsweise.

Abbildung:  Trio mit Glühbirne, Lautsprecher und Holzstuhl, 1981

Ausführliche Darstellung. E-Book, 724 Seiten.

3.0  Ein Experiment zur Ganzheit - Arbeiten 1983/84
Stahlskulptur 1983
Die Besinnung auf das naturwissenschaftliche Temperament wies den Weg zur ersten homogenen Skulpturengruppe. Aus einem selbst angelegten Baukasten entstanden variable Instrumente. Die Sprache der physikalischen Versuchsaufbauten lieferte dazu die Vorlage. Gleiche Elemente wie Stangen, Gelenke, Federn, Gewichte, fanden zu immer neuen Anordnungen.
In dieser Werkphase löste sich Gerd Jansen von der engen Vorstellung eine direkte Umsetzung des musikalischen Vorbildes erreichen zu wollen. Elementare Formmöglichkeiten mussten gefunden werden. Gerd Jansen erkannte im Instrumentalen dieser physikalischen Skulpturen den Bausteincharakter, der Zustands- und Formänderungen durch Verschieben der Aufbauelemente ermöglichte. Auch in der Musik entstehen Töne und Klänge durch Veränderungen an den Musikinstrumenten.
Wenn auch diese Werkgruppe, trotz deutlicher Eigenständigkeit, noch weit von der gestellten Aufgabe entfernt ist, zeigt sie ebenso klar die Suche nach einer elementaren Sprache, die Kunst, Musik und Naturwissenschaft umfassen soll. Der in diesem Zusammenhang verwendete Gedanke des "Bausteins" war die wichtige Erkenntnis für die kommende Entwicklung.

Abbildung:  Physikalische Skulptur, Stahl, H: 102 cm, 1983

Ausführliche Darstellung. E-Book, 126 Seiten.

4.0  Das Weltall als Idee - Arbeiten 1985
Skulptur 1985
Dem Spannungsbogen zwischen elementarer Form und unendlichem Raum, suchte Gerd Jansen in der vierten Werkphase Ausdruck zu geben. Die Konzentrierung auf das geometrische Grundelement des Kreises schien diesem umfassenden Anspruch zu genügen: Alles hat ein Zentrum und damit ein Grundprinzip - das Kleine spiegelt das Große, das Große das Kleine. Einfachheit ist eine Frage des Definitionsbereichs - außerhalb wird sie schnell zur Komplexität.
Die in sich geschlossene Skulpturengruppe umfasst einfache und regelmäßige Anordnungen, der modellhafte Hintergrund jedoch war von handwerklicher Finesse, die Funktionalität trivial: die Drehung von wiederrum sich Drehendem um ein Zentrum.
Neben der Grundform tritt die Regelhaftigkeit der Anordnung als weitere wichtige Bedingung, Gestalten auf genau kalkulierbare Weise hervorzubringen.
Im Weltall ist es die Schwerkraft, die die Substanzen ordnet, in der Musik die bindende Kraft der Melodie, entlang der sich die Töne formieren, im Bildnerischen der geometrische Rhythmus, der die Grundform in die Komposition aufnimmt.
Die "Regelhaftigkeit" zeigt sich in dieser Phase als weiterer wichtiger Parameter für ein Kompositionssystem.

Abbildung:  Skulptur I, Weißbuche, Messing, H: 35 cm, 1985

Ausführliche Darstellung. E-Book, 114 Seiten.

5.0  Die Komplementarität von Feld und Gestalt - Arbeiten 1986
Kartonskulptur 1986
1986 hielt sich Gerd Jansen auf Grund eines Stipendiums ein halbes Jahr in Paris auf. Jede gewohnte Arbeitsmöglichkeit war unterbrochen, die Vielfalt dieser Stadt erdrückend. Dagegen war das kleine Zeichenformat, worauf sich Gerd Jansen wiederum zurückgeworfen fand, in der Absichts- und Anspruchslosigkeit eine Befreiung. Im Laufe der Wochen und Monate kristallisierte sich eine eigenartige serielle Arbeitsweise, die ein interessantes Entwicklungspotential erkennen ließ.
Die Wiederholung gleicher, sehr einfacher Zeichenabläufe erzeugte strukturelle Gebilde, deren Dichte auch Hinweise auf die Zeiträume des Entstehens gab. Grundform und Regelhaftigkeit bedurften nur noch der zeitlichen Streckung. Die serielle Vorgehensweise war die einfache Lösung Gestalten nach einem Prinzip zu entwickeln.
Ausdruck aller dieser Gestalten - nicht zuletzt auf Grund der trivialer Materialien - war die Gleichmäßigkeit in unterschiedlicher Komplexität - die "Wiederholung". Auch wenn diese Resultate noch nicht Komposition genannt werden konnten, so war aber der serielle Grundimpuls wichtig und sollte auch jede künftige Komposition bestimmen. Baustein, Regel, Wiederholung waren gefunden und verbunden.

Abbildung:  Karton, Zeichnung, Gummi-Schnur, H: 30 cm, 1986

Ausführliche Darstellung. E-Book, 200 Seiten.

5.1  Skulpturen, Modelle, Zeichnungen - Arbeiten 1987
Aluminiumskulptur 1988
Nach der Rückkehr aus Paris entwickelte Gerd Jansen die dort gefundenen Ideen in Material und Dimension sehr vielfältig. Alles im Kleinen erprobte, drängte zu größeren Formaten unter Berücksichtigung der entsprechenden Materialbedingungen von rohen Fichtenbrettern, MDF-Platten, Stahl und Aluminium. Um den Baustein-Charakter immer transparent zu halten, wurden ausschließlich Steck- und Schraubverbindungen gewählt. Die Stofflichkeit dieser Werke und die natürlich erheblich gesteigerten Perspektivmöglichkeiten, gaben den minimalistischen Kernideen eine verstärkte Präsenz.
Die Variabilität der Grundzustände brachte eine große Dynamik in die Arbeiten von Gerd Jansen. Obwohl er die meisten Arbeiten selbst ausführte, entstanden vier Arbeiten in Kooperation mit Auszubildenden im Fach Metall: zwei Aluminiumskulpturen, eine Stahlarbeit und ein Edelstahlbrunnen sowie eine Holzskulptur in Kooperation mit einem Schreinerei-Betrieb.
Verstärkter Materialeinsatz setzt aber auch schnell Grenzen, der Lagerung und nicht zuletzt finanziell. So fand diese Werkphase um 1989 leider ein vorläufiges Ende und wurde erst vier Jahre später in anderer Konstellation wieder aufgenommen.

Abbildung:  Aluminiumskulptur in Kleve, H: 4 m, 1988

Ausführliche Darstellung. E-Book, 648 Seiten.

6.0  Das Prinzip der Wiederholung - Arbeiten 1988 - 1990
Installation 1990
Der Ortswechsel nach Basel um 1988, brachte auch wieder Änderungen in der Materialisierung. Die Arbeitsmöglichkeiten und die finanzielle Lage waren erneut eingeschränkt. So dienten nahezu wertlose, meist gefundene Dinge, zur Veranschaulichung von spielerischen Aneinanderreihungen, Umwicklungen, Überlagerungen. Das Tor zu grenzenlosen Möglichkeiten war aufgestoßen, der innere Schaffensprozess wurde wieder aufgelockert und abgesichert durch das methodische Vorgehen. Die Produktion lief nun ebenso wieder befreiter, ja freudiger und beschwingter. Das Prinzip der Wiederholung konnte nämlich überaus vielfach verwendet werden. Kleine Zeichnungen, Kombinationen von Zeichnung und Collage und immer wieder Schachteln, die meist vollkommen umgeklebt wurden mit mehr oder weniger gleichen Papieren, auch aus Katalogen ausgeschnittene Elemente fanden oftmals Verwendung. Ein Hauch von Farbigkeit und Humor kam ins Spiel, die Musik begann zu klingen.
In dieser Zeit um 1990, bei der Arbeit mit Schnüren als installative Elemente von Wandarbeiten, entstand erstmals die Idee, die natürliche Zahlenreihe zur Strukturbildung einzusetzten.

Abbildung:  Installation mit blauen A4-Papieren über Hanfschnur, 1989

Ausführliche Darstellung. E-Book, 502 Seiten.

7.0  Thema und Variation - Arbeiten 1991 - 1996
Gipsskulpturen 1995
Aus einer nahezu schillernden, zwischen Humor und Strenge wechselnden Arbeitsphase, entstand die neue Zielsetzung: der Versuch alle diese, eher individuellen Werke, in großangelegten Serien zu verbinden. Diese Serien, aus unterschiedlichsten Materialien, wurden auf speziell dafür gefertigten Tischen angeordnet. Dabei durchliefen die Einzelstücke eine genau definierte Variationsreihe, so dass die Aufstellung selbst wieder eine logische Folge des Grundzustandes wurde.
Im Graphischen erstreckten sich weitläufige Tuschezeichnungen über viele Variationsetappen, so dass das Element Linie mehr und mehr Bedeutung erlangte. Auf dem Feld der Collage fanden ebenso linear angelegte "Untersuchungen" statt, indem gleichartige Papiere erst in kleine Quadrate zerschnitten und sodann wieder in zufälliger Reihenfolge zusammengesetzt wurden. Eine äußerst systematische Strategie und umfangreiche räumlich-zeitliche Ausdehnung prägte alle diese Arbeiten.
Das bindende, einheitliche Element in all diesen Werken, wurde 1997 immer deutlicher: Die Linie, oder genauer die Strecke - im Zeichnerischen sichtbar, im Plastischen in der Idee der Abfolge immer präsent - war dieses Element. In der Struktur dieser Linie, den Natürlichen Zahlen, fanden sich die "Atome", die Primzahlen.

Abbildung:  Serie Nr. 77 (Detail), Gips, 1994

eine ausführliche Darstellung ist in Arbeit

8.0  Bilder als Musik: Zahlen - Arbeiten 1997 - 2008
Holzskulptur 2002
Die "einfachen" Zahlen des Zählens waren der Schlüssel für ein verblüffend schlichtes Kompositionssystem. Zu bildnerischen Resultaten genügte nun einerseits die Definition einer Startzahl und die Menge der Zählschritte, sowie andererseits die Festlegung des geometrischen Verlaufs dieser Zählung und die Abweichung bei einer Primzahl. Diese Entscheidungen konnten in simplen graphischen Notizen dargestellt werden (Partitur). Die darüber hinaus gehenden Material- und Farbdefinitionen dienten der Versinnlichung und waren austauschbar (Interpretation).
Sämtliche Werke hatten nun ab 1997 absolut genau dieselbe Basis: die Natürlichen Zahlen. Die Einheit am Beginn, die Aneinderreihung der Einheit als Bewegung zu Vielheit und Vielfalt. Und in diesem gleichmäßigen Prozess steckten jede Menge Eigenheiten (Primzahlen etwa), Strukturen, die nahezu von sich aus, die Werke komponierten.
Die Hoffnung auf ein Kompositionssystem war erfüllt. Die Werke benannte Gerd Jansen dem musikalischen Vorbild entsprechend jeweils als Opus. Parallel dazu gründete er zusammen mit seiner Frau im Jahre 2000 das 'Institut für bildnerisches Denken', ein Ort für Kunst und Musik, so dass viele organisatorische Impulse und Erfahrungen dazu kamen.

Abbildung:  op.24 Nr.3 Duo dans l'espace, H: 48 cm, 2005

Bild-Konzepte - die interaktive Variante dieser Werkgruppe

Broschüre  "Nocturnes" 1997 - 2000  Online-Version 28 Seiten
Broschüre  "Ouvertüren" 2001 - 2008  Online-Version 60 Seiten
Broschüre  "Soirée Musicale" 2004  Online-Version 40 Seiten
Broschüre  "Konzertprogramm" 2005  Online-Version 40 Seiten
Broschüre  "da capo" 2007  Online-Version 28 Seiten
Broschüre  "Suite Tableaux" 2008  Online-Version 40 Seiten
Broschüre  "Arnold Music op.105"  Online-Version 20 Seiten
Broschüre  "Grace Melody op.71"  nur auf Anfrage

8.1  Lichtinstallationen 2003 - 2008
Lichtinstallation Freiburger Münster 2007
In den Lichtaktionen mit Warnblinklampen verbinden sich Ästhetik mit ernsthafter Inhaltlichkeit. Auf der Grundlage eines Vokabulars aus Blink- und Dauerlicht von Warnblinklampen sowie der Reihe der Natürlichen Zahlen werden architektonische, historische und ortspezifische Abläufe bildnerisch reflektiert. Die technische Umsetzung ist verschieden, aber immer einfach und direkt. Gerade oder gebogene Linien, auch Flächen, sind erkennbar durch die gleichmäßige Einteilung in Positionen, denen eine Lampe oder eine Lampengruppe sowie die Zahlen der jeweiligen Zahlenreihe zugeordnet sind. Ist die Zahl einer Position eine Primzahl, so ist die entsprechende Lampe auf Dauerlicht eingestellt. Für alle anderen Zahlen gilt die Blinklichteinstellung. Geringfügige Unterschiede in der Blinkdauer bewirken immer wieder neue Strukturen in der Blinkfolge. Hier bewegt sich also nicht nur das einzelne Licht, sondern auch die gesamte Installation bleibt in ständiger, sich verändernder Bewegung. - Das Leben braucht in gleicher Weise Wandel und Beständigkeit. Blinklicht bedeutet ACHTUNG. Es weist auf den ernsthaften Hintergrund dieser Inszenierung im öffentlichen Raum. - Die batteriebetriebenen Lampen schalten sich nach und nach (über Fotodiode) selbsttätig bei zunehmender Dämmerung ein. Somit stehen die Installationen in unmittelbarem Zusammenhang zur Hell-Dunkel-Intensität des Installationsortes.

Abbildung:  Installation Freiburger Münster, 2007

Ausführliche Darstellung. E-Book, 378 Seiten.

Lichtinstallationen Video

8.2  Institut für bildnerisches Denken, 2000 - 2009
Institutsansicht 2005
Das Vermitteln zwischen den Disziplinen, vor allem der Kunst und der Musik, veranlasste Gerd Jansen im Jahre 2000 zusammen mit seiner Frau, der Pianistin Christine Jansen, zur Gründung eines Ausstellungs- und Konzertraumes. Der Name "Institut für bildnerisches Denken" kann dabei wie eine Kurzbiographie seines eigenen Weges gesehen werden. Er schreibt dazu: "Der neuzeitliche Wunsch, das subjektive Reich von Imagination und Kunst von dem des berechnenden Verstehens der Wissenschaft zu trennen, ist in seiner Radikalität nicht in Erfüllung gegangen. Vielmehr haben sich seit Urzeiten Wahrnehmen, Denken und Handeln als untrennbar und in dieser Einheit als überlebenswichtig erwiesen. Bildnerisches Denken ist ein Denken auf der Grundlage praktischen Erfahrens im Schaffensprozess selbst. Die Idee  im Spannungsfeld zwischen intuitiv Erspürtem und rational Erdachtem  sucht die ihr gemäße Form der Anschaulichkeit im bildnerischen Prozess. Die Komplementarität aus Wahrnehmen, Denken und Handeln bedingt, dass praktische künstlerische Betätigung nicht ohne theoretische Auseinandersetzung möglich ist. - Keine Kunst ohne Wissenschaft und keine Wissenschaft ohne Kunst. Der Name Institut für bildnerisches Denken steht für diese einheitliche Erkenntnisbestrebung."

Abbildung:  Instituts-Ausstellungs- und Konzertraum, 2005

Archivseite des Instituts

9.0  countune - the numbers melody - International Social Art Project - Arbeiten seit 2009
countune Detail
Der eigene Schaffensprozess in Verbindung mit der Institutsarbeit war eine enorme Kraftanstrengung. Zudem wurde die Idee, alle Einzelserien zu einer einzigen zu verbinden gegen Ende 2008 immer stärker. Die Lösung stellte Gerd Jansen dann am 14. Februar 2009 vor: das Projekt countune. Der Künstler macht allen Menschen via Internet und der eigens dafür eingerichteten Website, seine Kompositionsmethode direkt zugänglich. Entlang des Zahlenstrahls kann nun jeder von jedem Ort der Welt aus Bilder erstellen, mit der eigenen Homepage verlinken, jederzeit die Farben ändern und Grußkarten (E-Cards) mit den eigenen Bildern versenden. Dass sich so immer weiter verlängernde und interaktiv zu betätigende Bildband schwebt vor täglich wechselnden Hintergrundbildern, die Freunde des Projekts zur Verfügung stellen. Ebenfalls von Freunden stammt die Musik, welche nach Belieben dazu geschaltet werden kann.
Wichtig ist die einfache Grundidee, der prozesshafte Charakter, die sich ständig ändernde Vielfalt und die Ausweitung zu einem Bild um die Erde. - Eine einfache Lösung und doch waren so viele Etappen nötig. Die Frage nach der "Musik im Bild" fand eine Lösung in der graphischen Veranschaulichung der "Melodie der Zahlen" in Kooperation mit allen interessierten Menschen.

Abbildung:  countune - Detail vom 2. Dezember 2011

besuchen Sie das Projekt countune hier

Nachtrag ab 2017 - Der Schwarze Planet / Bilderbuch einer neuen Erde
countune Detail
Der Schwarze Planet wird in meiner Werkliste als Nachtrag deklariert - dazu ein Wort: Als ich mich 2009 zum "countune" Projekt entschloss, geschah dies in der Vorstellung, es sei definitiv die Formel und der Endpunkt meiner künstlerischen Intentionen. Daran hat sich im Prinzip auch nichts geändert und auch das später begonnene Internetprojekt "Bild-Konzepte" beruht ja vor allem auf Arbeiten, die zwischen 1997 - 2008 als Originalarbeiten entstanden waren - also noch vor countune - und erhält daher vor allem auch dokumentarischen Wert.
Nicht nur durch den relativ radikalen Wohnungswechsel 2017, sondern auch durch die zunehmende politische und gesellschaftliche Verschlechterung in unserem Land und vor allem auch durch die immer weniger nachvollziehbaren ökologischen Entscheidungen und Nichtentscheidungen weltweit, entstand in mir der Wunsch, erstens, wenigstens zeitweise wieder zurück zu kehren zu einer einfachen, relativ freien Arbeitsweise, um deutlicher auf die eigene, innere Stimme lauschen zu können und zweitens, quasi aus der Perspektive der Hoffnungslosigkeit, eine zukünftige Erde zu visionieren, die ohne Menschen vielleicht glücklicher sein wird und ihren Zauber und ihre Wunder neu zu entfalten vermag.

Abbildung:  Seismogramm, Mineral, Pflanze 2019

Broschüre  "Der Schwarze Planet I"  Online-Version 20 Seiten
Broschüre  "Der Schwarze Planet II"  Online-Version 20 Seiten
Broschüre  "Der Schwarze Planet III"  Online-Version 20 Seiten
Broschüre  "Der Schwarze Planet IV"  Online-Version 20 Seiten

Buch  "Der Schwarze Planet 2017"  Online-Version 312 Seiten
Buch  "Der Schwarze Planet 2018"  Online-Version 850 Seiten
Buch  "Der Schwarze Planet 2019"  Online-Version 790 Seiten


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